Warum Stellenbörsen allein nicht reichen
Auf Jobbörsen finden Sie die Menschen, die gerade suchen. Viele gute Leute sind aber in festen Stellen und denken erst über einen Wechsel nach, wenn ihnen ein Angebot begegnet, das besser klingt als ihr Alltag. Diese Gruppe erreichen Sie über Social Media, gezielt in Ihrer Region und mit einer Botschaft, die zu ihrem Beruf passt.
Schritt 1: Sagen Sie, was die Arbeit bei Ihnen ausmacht
„Dynamisches Team, spannende Aufgaben“ steht in jeder Anzeige und wird überlesen. Fachkräfte achten auf Fakten, die ihren Alltag verändern. Sammeln Sie mit Ihrem Team, was wirklich zählt:
- Arbeitszeiten, freie Freitage, planbare Einsätze ohne Wochenenddienst
- Firmenwagen, Werkzeug, moderne Ausstattung
- Gehaltsspanne, Zuschläge, Prämien
- Wie weit die Baustellen oder Einsatzorte entfernt sind
- Wer die Kollegen sind, wie lange sie schon dabei sind
Schritt 2: Wählen Sie den Kanal nach der Zielgruppe
| Kanal | Passt gut für |
|---|---|
| Facebook und Instagram | gewerbliche Fachkräfte, Handwerk, Pflege, Produktion; regional genau steuerbar |
| Büro, Vertrieb, Ingenieure, Führungskräfte; meist teurer pro Klick | |
| TikTok | Auszubildende und junge Fachkräfte |
| Menschen, die aktiv nach „Job + Beruf + Ort“ suchen |
Schritt 3: Zeigen Sie echte Menschen
Eine starke Anzeige kann ein kurzes Handyvideo sein, in dem ein Mitarbeiter in einem Satz sagt, warum er gern bei Ihnen arbeitet. Echte Gesichter und echte Orte wirken glaubwürdiger als jedes Stockfoto. Die erste Zeile entscheidet, ob jemand weiterliest: Beginnen Sie mit dem stärksten Fakt, zum Beispiel „Elektriker (m/w/d) in Braunschweig: Freitag ab 13 Uhr frei“.
Schritt 4: Bewerbung in zwei Minuten
Wer nachts am Handy auf Ihre Anzeige tippt, schreibt kein Anschreiben. Je länger der Weg, desto mehr springen ab. Besser ist eine Kurzbewerbung auf dem Handy:
- drei bis fünf einfache Fragen, etwa Berufsabschluss, Erfahrung, frühester Start
- Name und Telefonnummer, Lebenslauf freiwillig
- Einwilligung zur Datenverarbeitung, klar formuliert
- auf der Danke-Seite: wer sich wann meldet
Schritt 5: Melden Sie sich schnell
Wer sich auf eine Anzeige hin bewirbt, ist offen für einen Wechsel, aber noch nicht festgelegt. Ein Anruf innerhalb von ein, zwei Tagen zeigt, dass es Ihnen ernst ist. Legen Sie vorher fest, wer zurückruft und was in diesem Gespräch geklärt wird.
Schritt 6: Messen Sie, was eine Einstellung kostet
Zählen Sie Bewerbungen getrennt von Kundenanfragen und halten Sie fest, aus welcher Anzeige eine Einstellung kam. Entscheidend ist am Ende nicht die Zahl der Bewerbungen, sondern was eine passende Einstellung gekostet hat. Mehr dazu im Artikel Leads bewerten statt Klicks zählen.
Häufige Fehler
- Die Stellenanzeige aus der Jobbörse als Werbetext. Zu lang, zu formal, die wichtigsten Fakten stehen ganz unten.
- Bewerbung nur per E-Mail mit Unterlagen. Auf dem Handy brechen hier viele ab.
- Zu großes Gebiet. Wer 80 Kilometer pendeln müsste, bewirbt sich selten und bleibt selten.
- Keine Rückmeldung. Wer eine Woche nichts hört, hat oft schon woanders zugesagt.
So starten Sie
Wählen Sie eine Stelle, sammeln Sie fünf Fakten, die für diese Stelle sprechen, und nehmen Sie ein kurzes Video mit einem Mitarbeiter auf. Dazu eine Kurzbewerbung auf dem Handy und ein klarer Ablauf für den Rückruf. Nach vier bis sechs Wochen sehen Sie, was eine Bewerbung kostet und wie gut die Kandidaten passen.
